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Kassel, 22.09.2010 – Manche Krimi-Szenen sind so vorhersehbar und stereotyp, dass fast jeder
sie kennt. Eine Flucht aus dem Gefängnis beispielsweise – das weiß der routinierte Fernsehzuschauer – nimmt ihren Anfang zumeist in der Gefängniswäscherei: In einem unbeobachteten Moment verschwindet der Ausreißer in
einem Wäschesack und fährt dann – verborgen unter Bergen von Bettlaken – im Wäscherei-LKW der Freiheit entgegen.
Man darf wohl annehmen, dass dieser Traum auch in der Justizvollzugsanstalt Kassel I von so manchem In-
sassen geträumt wird. Das größte Gefängnis Hessens ist ein Knast der höchsten Sicherheitsstufe. Die rund 600 Häftlinge kommen aus mehr als 60 verschiedenen Ländern. Zum größten Teil handelt es sich dabei um
Schwerkriminelle, die meist langjährige Haftstrafen ab- zusitzen haben.
Als der Backsteinbau vor fast 130 Jahren errichtet wur-
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