VOLK-Elektroschlepper beim Tunnelbau

Am 09.12.2017 war es so weit: Der erste planmäßige ICE, der über die Neubaustrecke Berlin-München durch den Thüringer Wald gerast ist, kam pünktlich um 11.02 h in der bayerischen Landeshauptstadt an. Nicht einmal viereinhalb Stunden zuvor war er in Berlin gestartet. Rund 20 Jahre Vorlaufzeit und zehn Milliarden Euro waren nötig, um die neue Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen beiden Metropolen zu bauen. Auch VOLK Elektroschlepper waren dabei mit von der Partie.

Die Strecke durchquert mehrere Mittelgebirgsformationen, weswegen neben unzähligen Brücken auch mehrere Tunnels erforderlich sind, um Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h zu erzielen. Eines der längsten Tunnelbauwerke auf der Strecke ist der Finnetunnel mit einer Länge von 6.970 Metern. Er durchquert zwischen Herrengosserstedt (Thüringen) und Bad Bibra (Sachsen-Anhalt) den Höhenzug Finne.

Das Westportal  des Finnetunnels zu Beginn der Bauarbeiten – Auf der Bahnstrecke Berlin-München wird heute kaum ein Fahrgast einen Gedanken daran verlieren, welchen Aufwandes es bedurfte, das Tunnelbauwerk zu errichten

Das Bauwerk besteht aus zwei parallelen eingleisigen Tunnelröhren, welche in einem mittleren Abstand von 25 Metern verlaufen. Der Tunnelvortrieb erfolgte im sogenannten Schildvortriebsverfahren. Ausgehend vom Westportal fraßen sich zwei rund 3.800 KW starke und 86 Meter lange Tunnelbohrmaschinen mit einer Vortriebsgeschwindigkeit von durchschnittlich 16 Metern pro Tag in den Berg. Der Abtransport der täglich rund 3.000 Kubikmeter Ausbruch erfolgte über spezielle, in die Tunnelbohrmaschinen integrierte Muldengurtförderbänder.

Jede der beiden Tunnelröhren besteht aus insgesamt 3.400 solcher Tübbing-Ringe – Die sieben Stahlbetonelemente eines Tübbing-Rings wurden von den Tunnelbohrmaschinen vollautomatisch zusammengesetzt

Wenige Meter hinter dem unablässig rotierenden, mit Hartmetallzähnen bestückten Schneideschild setzte die Maschine vollautomatisch die Betonfertigteile der „Tunnelschale“ ein. Der Tunnel-Rohbau wurde somit in einem einzigen Arbeitsschritt fertiggestellt. Jedes einzelne der im Fachjargon als Tübbing bezeichneten Betonfertigteile ist rund fünf Meter lang, zwei Meter breit, 45 Zentimeter stark und rund elf Tonnen schwer. Jeweils sechs Tübbinge und ein kleinerer Schlußstein bilden zusammen einen Tübbing-Ring mit einem Innendurchmesser von 9.60 Metern und einer Breite von zwei Metern. Die Ringe wurden miteinander verschraubt und verfügen über Gummidichtungen, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

VOLK Elektroschlepper EFZ 20 K mit einer Tübbing-Schalung im Schlepptau – Die Stahlformen sind Präzisionswerkzeuge, die speziell für den Bau des Finntunnels hergestellt wurden

Rund solcher 3.400 Tübbing-Ringe wurden im Finnetunnel verbaut. Angesichts dieser gewaltigen Dimensionen wird schnell klar, dass ein weiträumiger Transport dieser Betonfertigteile mit enormen Kosten einhergegangen wäre. Die Produktion der Tübbinge erfolgte daher in einer sogenannten Feldfabrik direkt auf der Baustelle. In unmittelbarer Nähe des Westportals wurde hierzu eine Produktionshalle mit einer Fertigungsfläche von rund 5.600 Quadratmetern errichtet. Tag und Nacht wurde dort Spezialbeton in Stahlformen gegossen, um mit der Geschwindigkeit der beiden Tunnelvortriebsmaschinen schrittzuhalten

VOLK Elektroschlepper EFZ 20 K mit einem Betonkübel – Während der vierjährigen Bauarbeiten mussten mehrere hunderttausend Tonnen Beton transportiert werden

Zum Transport der rund zwölf Tonnen schweren Frischbetonkübel von der Beton-Mischanlage zu einer der insgesamt 56 Schalungsformen wurden zwei VOLK Elektroschlepper des Typs EFZ 20 K eingesetzt. Jeder der beiden Schlepper hat während der vierjährigen Bauzeit rund 240.000 Tonnen Beton transportiert. Dabei war absolute Zuverlässigkeit das oberste Gebot.

Die Feldfabrik zur Herstellung der Tübbinge hatte eine Produktionsfläche von 5.600 Quadratmetern – Im Zwei-Schichtbetrieb wurden pro Tag mehr als 100 Tübbinge hergestellt

Die VOLK Zugmaschinen waren dieser Aufgabe bestens gewachsen. Trotz der harten Anforderungen des durchgängigen Zweischichtbetriebs verrichteten sie zuverlässig ihren Dienst. Auch der Staub und Schmutz des Baustellenbetriebes konnten Ihnen dabei nichts anhaben.

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